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Courage - der Name soll Programm sein und das besondere Profil des Verbandes kennzeichnen: überparteilich und international, solidarisch und demokratisch – ein Zusammenschluss von Frauen jeden Alters und jeder Tätigkeit.  Weiterlesen

Keine Abmahnung für streikende Pflegekräfte im katholischen Krankenhaus in Ottweiler! PDF Drucken E-Mail
Solidarisiert Euch: Unterstützt die Petition der Beschäftigten der Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler!

Erstmals seit Bestehen der BRD legten am 11. Oktober 2017 Pflegekräfte eines katholischen Krankenhauses die Arbeit nieder. Laut Angaben von Ver.di schlossen sich etwa 50 Beschäftigte der Marienhausklinik im saarländischen Ottweiler mit einem Warnstreik dem bundesweiten gewerkschaftlichen Kampf für mehr Personal in den Krankenhäusern an.
Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein großer Schritt, beanspruchen doch die Kirchen und ihre Wohlfahrtsverbände, aber auch andere „Tendenzbetriebe“ wie das Rote Kreuz, Sonderrechte für sich. Sie regeln Löhne und Arbeitsbedingungen auf dem sogenannten „dritten Weg“ in »Arbeitsrechtlichen Kommissionen« (AK) – ohne Beteiligung der Gewerkschaften. Auch Betriebsräte gibt es nicht. Insbesondere wird den Beschäftigten das Streikrecht abgesprochen.
Schon im Vorfeld des Streiks versuchte die Klinikleitung die Teilnehmer*innen des Streiks einzuschüchtern und drohte ihnen „arbeitsrechtlichen Konsequenzen“ an.
In einem offenen Brief wenden sich die Betroffenen an die Öffentlichkeit und bitten um Unterstützung - unter anderem durch die Unterzeichnung einer Petition an den Bischof von Trier und die Marienhauskliniken GmbH. Sie schreiben:
„Ja, wir werden streiken. Für mehr Personal. Für Arbeitsbedingungen, die es uns ermöglichen, diesen Beruf auch in den nächsten Jahren noch mit Freude auszuüben. Für eine menschenwürdige Pflege, in der ausreichend Zeit bleibt für die Patientinnen und Patienten. Für ein Gesundheitssystem bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht das Geld.
Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Wir haben das Anliegen schon lange über andere Wege thematisiert: wir haben demonstriert, wir haben eine aktive Mittagspause gemacht, wir haben Briefe an den Bischof geschickt und die Klinikleitung auf das Problem hingewiesen. Es hat sich jedoch nichts verändert. Immer erwarten alle, dass es doch irgendwie weitergeht und dass die Pflege sich letztendlich aufopfert. Das letzte Mittel, das uns bleibt, ist der Streik.
Wir streiken nicht gegen „unser Haus“, sondern für unser Krankenhaus. Wir sind Teil einer bundesweiten Bewegung der Pflege, die sich an die Politik richtet, endlich gute Pflege zu ermöglichen. Wir brauchen eine gesetzliche Personalbemessung und fordern von allen Parteien die Einlösung ihrer Wahlversprechen. Nicht dieser Streik ist schlecht für „unser Haus“, sondern der Normalzustand. Wir wollen ein Krankenhaus, dass dem eigenen Leitbild gerecht werden kann.“


Wir Frauen vom Frauenverband Courage unterstützt dieses Anliegen voll – schließlich sind Frauen als Beschäftigte, als Patientinnen und in besonderem Maße als pflegende Angehörige betroffen. Zunehmend geht es in den Kliniken nicht um die Gesundheit und die Bedürfnisse der Patienten, sondern um die Profitinteressen der Klinikbetreiber. Dazu wird immer mehr Druck auf die Beschäftigten ausgeübt.
Die angedrohten Abmahnungen skandalös! Ebenso wie die Sonderrechte der kirchlichen „Dienstherren“. Es ist nicht hinnehmbar, dass es im Gesundheits- und Erziehungswesen, im sozialen Bereich, in dem zudem ein Löwenanteil der Beschäftigten Frauen sind, in vielen Bereichen ein eingeschränktes oder überhaupt kein Streikrecht gibt. Das spaltet die Beschäftigten und erschwert einen gemeinsamen Kampf. Deshalb setzen wir uns ein für ein uneingeschränktes, vollständiges, allseitiges, gesetzliches Streikrecht.
Hier geht es zur Petition

 
Frauenverband Courage